Peter Mieg, Komponist, Maler, Literat 1906-1990

Während über sechzig Jahren schuf Peter Mieg in Aquarell und Gouache ein figürliches malerisches Werk, das hauptsächlich Blumenbilder und Stilleben, in geringerem Masse auch Interieurs und Landschaften umfasst. Zunächst in privatem Rahmen gepflegt, trat Mieg als Maler seit 1961 mit Ausstellungen in verschiedenen Galerien an die Öffentlichkeit. Französischer Einfluss, etwa der Farbbehandlug der „Fauves“, widerspiegelt sich auch in Miegs Bildern. Während Peter Miegs Bilder der 1930er und 1940er Jahre sich durch einen transparenten Farbauftrag und quasi impressionistische Konturen auszeichnen, werden seit den 1950er Jahren bis zum Spätwerk Farben und Konturen kontinuierlich stärker ausgeprägt und kräftiger. Neben Hunderten von Aquarellen hat Mieg mit zwei umfangreichen Karikaturenzyklen auch ein von skurrilem Witz geprägtes zeichnerisches Werk hinterlassen.

 

Peter Mieg malt, was er liebt. Das genügt als Legitimation einer ungeschminkt gegenständlichen Kunst vollauf. Diese Unmittelbarkeit des Gegenstandsgenusses stellte sich nicht ein, wäre auf diese scheinbar so simpeln und direkten Stilleben nicht sehr viel Kunstverstand verwendet worden. Denn was da vor uns steht, sind ja nicht Früchte- und Blumenbilder im Sinn jener täuschenden Nachahmungen aus Wachs und Seide, sondern eine kühne Übersetzung der Wirklichkeit in die Sprache heutiger Malerei.

Weltwoche 9.9.1966

 

Peter Mieg erweist sich als bildender Künstler von Rang, nämlich als Aquarellist und erst noch als ein Meister in dieser ans Handwerkliche so grosse Ansprüche stellenden Kunst. Man spürt es all den gezeigten Bildern an, dass sie aus der Freude am Erschauten, aus der Freude an dessen Fixierung geschaffen wurden - ohne gequälte Originalität, ohne unnütze Problematik. Heiter und festlich, leicht und beglückend präsentieren sich diese Zeugnisse eines positiven Weltgefühls. Dazu kommt eine auf einfachste Aussage zielende und doch nie gezwungene Stilisierung, die in Blumendarstellungen gelegentlich bewusst das Ornamentale miteinschliesst.

Basler Nachrichten 20.10.1961